An der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Regionalwissenschaften sind vorbehaltlich der Mittelverfügbarkeit am Institut für Afrikastudien folgende Stellen zu besetzen:
Die 1409 gegründete Universität Leipzig gehört zu den großen, forschungsstarken und medizinführenden Universitäten in Deutschland. Mit ihren rund 30.000 Studierenden und mehr als 5.000 Beschäftigten in 14 Fakultäten prägt sie das Leben in der pulsierenden und weltoffenen Stadt Leipzig. Die Universität Leipzig bietet ein dynamisches und international geprägtes Arbeitsumfeld sowie attraktive und vielfältige Arbeitsmöglichkeiten in Forschung, Lehre, Transfer, Infrastruktur und Verwaltung.
TRIBECA (Tackling the Responsibility of International Business and Enterprises as a Transnational Cause) ist ein deutsch-französisches Forschungsprojekt, das untersucht, wie die soziale Verantwortung von Unternehmen im Laufe des 20. und 21. Jahrhunderts zum vorherrschenden Paradigma für die Gestaltung der Beziehungen zwischen Wirtschaft, Staat und Gesellschaft geworden ist. Die zentrale Fragestellung lautet: Wie ist die unternehmerische Verantwortung zu einem hegemonialen Rahmen für das Verständnis unternehmerischen Handelns geworden, und welche Akteurskoalitionen, die sich über religiöse Netzwerke, multinationale Unternehmen, internationale Institutionen und die Zivilgesellschaft erstreckten, haben ihre Etablierung als transnationale Bewegung vorangetrieben? Anstatt die soziale Verantwortung von Unternehmen als bloßes Ergebnis von Unternehmensstrategien oder regulatorischem Druck zu betrachten, betrachtet TRIBECA sie als eine historisch gewachsene Kategorie, die von konkurrierenden Interessen, ideologischen Strömungen und politischen Dynamiken auf mehreren Ebenen geprägt ist, die sich über die lokale, nationale und multilaterale Ebene erstrecken.
Das Projekt wird gemeinsam von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Agence Nationale de la Recherche (ANR) gefördert, hat eine Laufzeit von 36 Monaten und gliedert sich in fünf thematische Forschungsschwerpunkte, in denen archivarische, ethnografische, prosopografische und quantitative Methoden kombiniert werden. Die Arbeitssprache des Projekts ist Englisch.
Die beiden Promotionsvorhaben tragen zu der übergreifenden These bei, dass postkoloniale Entwicklungskontexte entscheidend dazu beigetragen haben, unternehmerische Verantwortung auf die transnationale Ebene zu heben.
PhD Projekt I
Das erste Promotionsprojekt unter der Betreuung von Marie Huber und Tristan Oestermann (ZZF Potsdam) untersucht, wie die Ausbildung der Belegschaft und die Führungskräfteentwicklung zwischen 1920 und 1975 zu zentralen Schauplätzen wurden, an denen sich Unternehmensverantwortung und Entwicklungsideologie kreuzten. Die Arbeit untersucht, wie europäische multinationale Unternehmen im kolonialen und postkolonialen Afrika, Asien und Lateinamerika öffentlich für Wissenstransfer und die Einstellung einheimischer Mitarbeiter eintraten, während interne Unterlagen eine anhaltende Zurückhaltung offenbaren, die Kontrolle über Management und Technik abzugeben. Es wird eine vergleichende Analyse der Unternehmensarchive von Bata und Hoffmann-LaRoche durchzuführen sein und diese mit Unterlagen von Regierungen und internationalen Organisationen sowie Oral-History-Interviews mit ehemaligen Mitarbeitenden und Führungskräften abzugleichen. Die Bewerber sollten über einen sozial- oder geschichtswissenschaftlichen Hintergrund verfügen.
PhD Projekt II
Das zweite Promotionsprojekt unter der Betreuung von Dmitri van den Bersselaar befasst sich mit der kulturwirtschaftlichen Geschichte der Art und Weise, wie multinationale Lebensmittelkonzerne in Westafrika von der Zeit der Unabhängigkeit bis in die 1980er Jahre hinein das Thema Ernährung als Teil ihrer unternehmerischen Verantwortung aufgegriffen haben. Der empirische Schwerpunkt liegt dabei auf den Tochtergesellschaften von Unilever in Ghana und Nigeria, wobei untersucht wird, wie das Unternehmen im Dialog mit den Regierungen der Gastländer, der FAO und Ernährungswissenschaftlern gegen Mangelernährung vorgegangen ist – und ob diese Maßnahmen letztendlich zu einer Verbesserung oder Verschlechterung der Ernährungsgesundheit geführt haben. Zu den Quellen zählen die Unilever-Archive in Großbritannien, FAO-Unterlagen in Rom, Ministeriumsarchive in Ghana und Nigeria, Zeitungsberichte sowie Oral-History-Interviews. Die Bewerber sollten über einen Hintergrund in Afrikastudien oder in Wirtschafts- bzw. Unternehmensgeschichte verfügen und sich bereits zuvor mit westafrikanischen Kontexten beschäftigt haben.
Forschung, Lehre, Transfer, Infrastruktur und Verwaltung brauchen Perspektivenvielfalt. Die Universität setzt sich deshalb für Diversität und Chancengerechtigkeit ein. Ihre Bewerbung ist bei uns willkommen, unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Religion, kultureller und sozialer Herkunft, Alter oder sexueller Orientierung. Die Universität strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen in verantwortlicher Position an und bittet deshalb qualifizierte Frauen ausdrücklich um ihre Bewerbung.
Bei gleicher Eignung werden Menschen mit Schwerbehinderung oder ihnen nach SGB IX Gleichgestellte bevorzugt eingestellt. Sollten Sie im Rahmen dieses Bewerbungsverfahrens Fragen zur Barrierefreiheit oder Unterstützungsbedarf haben, kontaktieren Sie die Schwerbehindertenvertretung der Universität Leipzig unter schwerbehindertenvertretung@uni-leipzig.de.